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Fotowettbewerbe

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Paul
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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Paul » Mi 5. Dez 2018, 11:33

@ Sven: mit deiner Betrachtungsweise hast du im Grunde Recht – es ist der gleiche Vorgang. Dennoch spielt die Ebene und zwischenzeitliche „Mitnahme der Beteiligten“ dabei für mein Empfinden eine Rolle.
Und natürlich ist die Überlassung der Fotos für die Rieselfelder etwas ganz anderes, weil ich mich diesem Naturschutzgebiet und deren Betreuern sehr verbunden fühle.

Ich beobachte Wettbewerbe gerne und sehe mir die Ergebnisse an. Manchmal werden auch die Juroren vorgestellt, deren eigene Fotos mit etwas Recherche im Netz dann auch angesehen werden können. Weil man im Verlauf des Wettbewerbs auch schon seine eigenen Favoriten hat, ist man umso erstaunter, wenn es plötzlich in eine ganz andere Richtung geht. Sehr oft kann ich die Platzierungen dann nicht nachvollziehen. Natürlich vergleicht man seine eigenen Fotos dann auch mit den Platzierungen – aber den Vergleich nimmt man selbst vor.
Natürlich findet man es gut, wenn die eigenen Fotos auch anderen gefallen. Wobei ich aber weiß, dass dasselbe Foto von unterschiedlichen Juroren oder auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten different beurteilt wird. Wer bestimmt, wo Kunst anfängt oder Kitsch besteht?

Etwas genervt fühle ich mich, wenn ein Promi auf einmal die Fotografie für sich entdeckt und von irgendwelchen Begleitern hochgejubelt wird. Wahrscheinlich wird meine Betrachtung der Promi-Fotos auch von den (meiner Meinung nach) maßgeblich bevorteilten Umständen begleitet. Da sträubt sich dann alles in mir, da zählt für mich nicht nur das Ergebnis. Obwohl ich keine Ahnung habe, wie groß der Mitarbeiterstab und ausgeprägt das Equipment ist (das evtl. auch noch von einem namhaften Kamerahersteller gesponsert wird), bevor der Hauptakteur den Auslöser betätigt.
Anderen Nicht-Promis gelingen auch fantastische Fotos unter schwierigeren Bedingungen, erlangen damit jedoch nur wenig oder nicht die Aufmerksamkeit des Publikums.

Ich habe die Fotos von Bryan Adams gesehen. Starke, beeindruckende Fotos von gezeichneten, ehrlichen Darstellern.
Die Idee, die Auswirkungen des Krieges abzulichten, hatten andere auch und haben es auch umgesetzt. Den meisten fehlte jedoch der bekannte Name zur Beachtung.

Früher war ich ein großer Fan des Nikon Contest. Wobei ich mich aber jedes Jahr über die meisten Platzierungen aufgeregt habe. Heute muss ich feststellen, dass ich trotz erweiterter Kenntnisse und allgemeiner Erfahrungen noch immer so denke. Wobei ich mich nicht für lernresistent halte.
Grundsätzlich kann aber jeder für sich bestimmen, was er tut oder lässt, gut oder weniger gut findet und unterstützt oder ignoriert.
Vielleicht bin ich aber auch nur ein typischer Westfale = stur.

Paul

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Sven Wickenkamp
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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Sven Wickenkamp » Mi 5. Dez 2018, 13:59

Um es mal mit einem relativ bekannten Satz zu sagen: Wettbewerbe sind wie eine Schachtel Pralinen... Und ich kann Dir aus Erfahrung sagen: Selbst, wenn Du ein Juror bist, gewinnt nicht unbedingt das Bild, das Dir am besten gefällt. Gerne kann ich Dir auf dem Stammtisch dazu noch etwas erzählen, wenn Du möchtest. So eine Jurierung ist nämlich gar nicht mal so leicht, wie Manche es sich vorstellen. ;o)

Wenn man sich auf einen Wettbewerb einläßt, muss man einfach sehen, dass es reine Glückssache ist, ob man vorne dabei ist oder nicht. Und natürlich kann man - wenn man nicht auf den ersten Plätzen liegt - die Entscheidung der Jury nicht nachvollziehen. Googelt man übrigens nach den Juroren, stellt man schnell fest, dass die überhaupt keine Ahnung haben. Allesamt Blödmänner. ;o)

Wobei ich aber weiß, dass dasselbe Foto von unterschiedlichen Juroren oder auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten different beurteilt wird.

Du kannst auch dieselbe Jury am nächsten Tag wieder auf dieselben Bilder loslassen und höchst wahrscheinlich wird ein anderes Ergebnis herauskommen.

Es liegt in der Natur der Menschen, sich messen zu wollen. Ebenso liegt es wohl in der Natur, dass man sich ärgert, wenn man nicht gewinnt. Das zeigt die Leidenschaft und den Ehrgeiz des Einzelnen. In den meisten Fällen spornt es an, besser werden zu wollen, in manchen Fällen ufert es aber auch aus. Dann ist es nicht mehr so gesund. So, wie es Silvia geschildert hat, ist es optimal, denke ich: Dabei gewesen, Spaß gehabt, Leute kennengelernt. So hat sie etwas daraus mitgenommen. Finde ich gut.

Ist die Fotografie ein Hobby, ist es meiner Meinung nach am besten, man fotografiert einzig für sich selbst. Nicht für Andere, nicht für Wettbewerbe, nicht für Ruhm und Anerkennung. Sicherlich ist es schön, wenn Anderen die Bilder auch gefallen, aber wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe, bin ich der Meinung, dass der Fotograf die einzige Person ist, die sein Bild mögen muß. Zudem ist man oftmals selbst auch sein größter Kritiker.

Ich finde es zum Beispiel eine viel schönere Geschichte, dass Deine Bilder dann demnächst im Flyer der Biostation zu finden sind. Und wie sind sie dorthin gelangt? Durch Deine Arbeit, Deine Akribie, Dein Durchhaltevermögen und Deine Bereitschaft, bei Wind und Wetter ´rauszugehen, um Dich Deiner Leidenschaft und dieser speziellen Natur zu widmen. Und jetzt die Quizfrage: Was macht Dich zufriedener: Einmal kurz mit einem Bild und etwas Glück einen Preis zu gewinnen oder aber die Tatsache, dass Du Dein Projekt für Dich erfolgreich abgeschlossen hast?
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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Silvia Klas. » Mi 5. Dez 2018, 15:01

Sehr schön geschrieben Sven. Ich stimme dir voll zu. Ich glaube aber auch das es normal ist das man seine Leidenschaft teilen will. Deshalb haben wir uns ja auch zusammen getan. Zeigen austauschen diskutieren seinen Horizont erweitern und das ganze mit viel Spaß an der Sache :-)

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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Sven Wickenkamp » Mi 5. Dez 2018, 15:13

Silvia Klas. hat geschrieben:Zeigen austauschen diskutieren seinen Horizont erweitern und das ganze mit viel Spaß an der Sache :-)

Jep. Und das geht ungleich besser, wenn man den Wettbewerbsgedanken außen vor läßt. :o)
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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Paul » Mi 5. Dez 2018, 19:47

Hallo zusammen,

ich denke, dass meine Frage zum Verhältnis zu Fotowettbewerben eine Antwort auf emotionaler und sachlicher Ebene erhalten hat. Im Verlauf der Diskussion habe ich mehrfach daran gedacht, dass ich eigentlich für mich selbst fotografiere und das endgültige Bild auch nach eigener subjektiver Meinung fertigstelle. Zustimmung von außen ist erfreulich, letztlich aber nicht entscheidend. Dem Fazit von Sven ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen - das stimmt genau so!

Vielen Dank für eure Beteiligung,

Paul

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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Sven Wickenkamp » Do 6. Dez 2018, 14:22

Wer sich aber doch mit internationalen Kollegen messen und im Oktober nächsten Jahres in einer Ausstellung im Museumsquartier Osnabrück zu sehen sein möchte, kann ja mal dem Link folgen. Vielleicht reizen ja die Preisgelder... ;o)

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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Paul » Do 6. Dez 2018, 16:02

„Ein Zeichen für den Frieden setzen“ lautet das Thema des Felix Schoeller Photo Award. Neben den Kategorien Portrait- und sogar Modefotografie gibt es auch eine Sparte „Landschaft / Natur“, die mir am ehesten liegen würde.

In der Natur geht es nach dem Grundsatz „Fressen und gefressen werden“ meist etwas rauer zu. Nur bei den Tierkindern ist es vorübergehend anders, bis sie von ihren Eltern gelernt haben, dass ihr eigenes Leben zukünftig davon abhängt. Und das Thema Natur wird wahrscheinlich eher mit den Natur-Katastrophen, den Betroffenen und deren Helfern erfüllt werden.
Harmonie ist bei diesem Wettbewerb wahrscheinlich eher nicht gefragt, sondern mehr das Wach- und Aufrüttelnde.
Es ist ja noch Zeit, darüber nachzudenken, ob man etwas zu diesem anspruchsvollen Thema umsetzen könnte.
Bis dahin überlasse ich meinen drei Raben das Feld…

Paul
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13 IMG_4662 ba - Friedensangebot -.JPG
Frieden...

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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Paul » Do 6. Dez 2018, 19:12

...und wer lesen kann, ist im Vorteil.
Bei dem von Sven mitgeteilten Wettbewerb dürfen Normalos lt. Teilnahmebedingungen nicht einreichen.
Profifotografen und Nachwuchsfotografen, die bestimmte Bedingungen erfüllen, sind die gewünschten Kandidaten.

Also doch weiter aus reiner Freude und ohne Leistungsdruck nur für sich fotografieren....

Grüße,
Paul

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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Sven Wickenkamp » Do 6. Dez 2018, 19:58

„Normalos“ ist aber auch ein unschöner Begriff - und Profifotograf ein recht dehnbarer. Hat niemand hier ein (Neben-)Gewerbe für seine fotografischen Tätigkeiten angemeldet?
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Re: Fotowettbewerbe

Beitragvon Paul » Do 6. Dez 2018, 20:24

das mit der Gewerbeanmeldung ist nicht das Problem, sondern eher das Auskommen mit dem Einkommen:
(muss man Hartz IV dabei eigentlich mit einbeziehen?)

"Fotografen, Fotodesigner und Künstler, die mit Fotografie oder Filmgestaltung den überwiegenden Teil (das bedeutet mehr als 50%) ihres Lebensunterhaltes bestreiten"

Ist ja auch nicht schlimm, wenn die Profis unter sich bleiben wollen. Wir sehen uns dann die Ergebnisse an und werden gnadenlos vergleichen...

Paul


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